Blutroter Sturm

Nach Ende des Kalten Krieges begannen wir damit die Ressourcen zu Gunsten unseres Landes neu zu verteilen.
Auf einer abgeriegelten Insel innerhalb unseres Sektors, während der Vermessung des Gebiets fanden wir in dem Zeitraum der Neunzigerjahre ein bis Dato unbekanntes Phänomen.
Durch die Berechnungen der Forschung in den danach folgenden Monaten beschloss die NAC die komplette Besetzung und Erforschung des Gebiets und begannen mit dem Langzeitprojekt Athena.
Athena, ist ein Codename eines Projektes mit hohem Risiko, aber noch höherem Gewinn,
dass in erster Linie darauf abzielt, die neu entdeckte außerirdische Struktur auf der Insel Namalsk zu nutzen,
um daraus ein erstes künstliches Wurmloch zu erschaffen.
Das Projekt Athena, wird von unserer Unterorganisation namens Namalsk Corporation (NAC), geleitet.
Diese abtrünnige Organisation fasst alle notwendigen Abteilungen zusammen, die auf Namalsk Operationen durchführen oder die Namalsk-Operationen von anderen Orten der Welt aus unterstützen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Sicherheitsabteilung, da wir davon ausgehen, dass die NAC früher oder später in kleinere Schwierigkeiten mit der russischen Regierung geraten wird.

Verdeckte Forschung


Unsere Forscher haben eine umfangreiche Untersuchung an mehreren Orten in der Beringsee durchgeführt, die schließlich zu einer Triangulation der Insel Namalsk führte.
Die Triangulation basierte auf der Entdeckung von sehr schwachen Anzeichen lateraler Xen-Strahlung,
die in regelmäßigen schwachen "Bursts" von der bereits erwähnten außerirdischen Struktur auf Namalsk ausgestrahlt zu werden scheint.
Dies bestätigt, dass die Struktur wahrscheinlich noch irgendwie funktionsfähig ist.

Der Zugang, zum eigentlichen Standort der Struktur war in Anbetracht des Zustands, in dem sich Namalsk derzeit befindet, nicht kompliziert.
Wir konnten obere Teile des Bodens auf dem westlichen Kamm, des südlichen Gebirges abtragen und fanden schließlich,
das wonach wir schon seit Monaten gesucht haben. Seltsam aussehende Strukturteile mit sehr biologischem Aussehen.
Radar Scans ergaben, dass die Teile bis zu 200 Meter tief sein könnten,
durch mehrere Probebohrungen haben wir die Radar Scans bestätigt und ein ziemlich umfangreiches unterirdisches System geortet,
das für sich genommen einfach unwirklich aussieht. Die gesamte Struktur, einschließlich des Untergrunds, wirkt sehr organisch.



Standortproblem

Die Zielstruktur befindet sich auf der Insel Namalsk. Diese Insel liegt innerhalb der Grenzender Russischen Föderation und ist derzeit Ziel eines Programms,
zur vollständigen Umsiedlung von Einwohnern, das in den frühen 90er Jahren gestartet wurde, um entfernte, verlassene Regionen der Russischen Föderation zu zentralisieren.
Während der Zeit des Kalten Krieges war Namalsk ein wichtiger Ort für die UdSSR, durch die Nähe zu den Grenzen der USA.
Eine Reihe von wichtigen Militäranlagen wurden zu dieser Zeit gebaut.
In den 60er Jahren wurden im Gebiet des Sebjan-Tals große Uranerzvorkommen gefunden und eine wichtige Uranmine wurde darauf gebaut.

Da Namalsk während des Kalten Krieges eine große Aktivität erlebte, wurden nach dem Fall der UdSSR, die meisten Operationen auf Namalsk eingestellt.
Um die ca. 1500 Einwohner lebten im Wesentlichen in der noch unfertigen Stadt Vorkuta oder in deren Umgebung auf dem nördlichen Teil der Insel.
Wir haben mehrere Schritte unternommen, um einen bedeutenden Einfluss auf Namalsk zu gewinnen,
während wir ein gewisses Maß an verdeckten Operationen auf dem südlichen Teil beibehalten haben.

Dies hat schließlich zur vollständigen Sperrung der südlichen Teile von Namalsk geführt.
Lediglich die Straße zum Flugplatz Sebjan und die Insel Tara bleiben offen. Dies unter Kontrolle zu halten, ist sicherlich keine leichte Aufgabe, aber die Tatsache,
dass viele Einwohner mit dem Umsiedlungsprogramm der Regierung nicht einverstanden sind, hat uns viele Unterstützer in der lokalen Gemeinschaft eingebracht.
Dies hat schließlich zu einem Programm geführt, das sich darauf konzentriert, einheimische Bewohner in unsere Reihen zu rekrutieren.




Verlagerung der Anlagen und Aufbau der Infrastruktur

Um ernsthafte Experimente im südlichen Teil der Insel durchführen zu können, mussten wir unser Personal, unser Budget und unsere Transportmöglichkeiten aufstocken.
Bis 2003 wurde die Forschung hauptsächlich innerhalb des alten Forschungskomplexes aus dem Kalten Krieg oberhalb der stillgelegten Sebjan-Uranmine durchgeführt.
Seitdem haben wir die Anzahl der Transporte zum Tara-Hafen erhöht und die örtliche Eisenbahn genutzt,
um größere Mengen an Material in den zentralen Teil der südlichen Namalsk zu transportieren.
Dank dessen wurden zusätzliche Anlagen renoviert und an unsere Bedürfnisse angepasst sowie eine komplett neue Anlage gebaut.
Um den zusätzlichen Energiebedarf unserer Forschung zu unterstützen, haben wir erfolgreich ein altes Kohlekraftwerk innerhalb des Sebjan-Minenkomplexes wieder in Betrieb genommen.

2008, nach dutzenden Spendergeldern, Transporten über den Luft- und Meeresraum und den Umsiedlungen für die gebrauchten Arbeiter, standen die ersten zwei Forschunseinrichtungen.
Die arbeiten an einer dritten Einheit wurden unterdessen begonnen.

Das Objekt Athena-1 (A1) ist das Herzstück unserer Forschung. Wir haben ein altes unterirdisches Lagerhaus aus dem Kalten Krieg genutzt, das wir so ausgebaut haben,
dass es tatsächlich mit der eigentlichen außerirdischen Struktur verbunden ist - genauer gesagt mit deren Untergrund.
Alle wichtigen Experimente mit der außerirdischen Struktur selbst finden in den unterirdischen Laboratorien von A1 statt.
Dieser Untergrund ist vom Athena-Forschungsinstitut und vom A1-Service-Tunnel-Eingang aus zugänglich.

Das Athena-Forschungsinstitut ist ein Komplex, der auf der Spitze des Sebjan-Tals liegt und in dem wir alle unterstützenden Operationen für die A1- und A2-Forschung durchführen.
Es beherbergt auch eine Reihe kleinerer Forschungseinrichtungen. (Im Grunde alle Forschungen, die außerhalb unserer unterirdischen Labore durchgeführt werden können)

Das Objekt Athena-2 (A2) konzentriert sich auf die Anwendungen der A1-Forschung, derzeit auf die Entwicklung fortschrittlicher FLAX-Kondensatoren,
die es uns ermöglichen, die Experimente in den A1/A3-Einrichtungen weiter voranzutreiben.
Es basiert auf einer alten unterirdischen Kommunikationsstation aus dem Kalten Krieg, die stark modifiziert wurde, um einen Prototyp-FLAX-Reaktor einzubauen.

Das Objekt Athena-3 (A3) befindet sich derzeit im Bau. Wir werden dort versuchen, die Ergebnisse der A1-Forschung mit unserer eigenen Technologie zu replizieren.



Krisenausbruch

Die Resonanzen beginnen außer Kontrolle zu geraten, so sehr das die Wissenschaftler die Kondensatoren überlasten müssen.
Eine Rezonanzkaskade könnte jederzeit bevor stehen und unser gasamtes Sonnensystem vernichten, so stark ist die Anomalie.
Ganz Nalmask ist abgeriegelt und die Tests laufen weiter.
Ein Luftangriff wurde abgewehrt, trotzdem schafften es US-amerikanische und russische Marines Tara und Lubjansk zu erobern,
abgeschnitten von unseren Hafenressourcen wurde auch der Rest der NAC zum südlichen Teil der Insel zurückgezogen um A1 zu schützen.
Nach einem weiteren, diesmal nicht verhinderbaren Luftangriff und darauf folgenden Beschuss eines U-Boots wurde Athena 1 beschädigt,
doch die Kernstruktur war noch intakt, trotz leichter Beschädigung, als das unmögliche passierte.
Ein Wurmloch tat sich auf, das in der nächsten Sekunde auch wieder verschwand.
Damit endete der Angriff an der Oberfläche, Soldaten, Ausrüstung und Trümmer fehlten korioser weise, sie waren also die ersten Wurmloch-Reisenden.
Nun gilt es das Geschenede zu verstehen und zu rekonstruieren.




Kriseneskalation

Offenbar hat die Russische Föderation die Tarninvestitionen durchschaut und als feindlichen Akt bezeichnet.
Am Abend des 9. Juli kam es zu einer regelrechten Invasion der Streitkräfte der Russischen Föderation.
Die beiden Häfen - Lubjansk und Tara - wurden von einer starken Truppe überfallen und leider konnten nur wenige Männer von dort entkommen.
Die Russen bekamen auch langsam ein Auge auf das, was im südlichen Teil geschah.
Zu diesem Zeitpunkt war der geplante A1-Test nur noch wenige Stunden entfernt und konnte aus verschiedenen Gründen eigentlich nicht abgesagt werden.
Um 06:14 Uhr war A1 auf voller Leistung und der erste Test mit voller Leistung wurde begonnen. Die nächsten Minuten waren etwas jenseits unseres Vorstellungsvermögens.
Starke Blitze mit zunehmendem Verhältnis, spürbares Erdbeben, bis es passierte, finaler Ausbruch, der jeden, der zu diesem Zeitpunkt draußen war, in die Bewusstlosigkeit schlug.
Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Test die Gegend um Namalsk auf eine noch nie dagewesene Weise destabilisiert hat.
Wenige Stunden später zogen sich die verbliebenen russischen Streitkräfte aus Namalsk zurück.

Um 23:42 Uhr konnte der Kontakt mit dem Hauptquartier und den Führungskräften wiederherstellt werden.
Die Nachrichten waren nicht so Positiv. Der EMP-Effekt war weit über den Erwartungen.
Große Teile Japans, Russlands, Alaskas und Kanadas waren von der Überspannung betroffen und es gab fast 4 Tausend Ausfälle, die Öffentlichkeit ist im Chaos.
Ein mögliches Eingreifen der USA zusammen mit den zurückkehrenden Russen war nicht auszuschließen.
Glücklicherweise gibt es eine enorme Menge an dichten Wolken über Namalsk und Umgebung, was das ausspähen aus dem Orbit sehr schwer gestaltet.
Wir fühlen uns ziemlich zuversichtlich, dass wir in der Lage sein werden, mit den Tests und unserem ultimativen Ziel weiterzumachen.

A1 FUNKTIONIERT. Es gab dennoch einige Zweifel.
Der Start von A1 selbst dauerte etwa 40 Sekunden. Die obere Belüftung hat tatsächlich funktioniert, und es gab keine sichtbaren massive Nebenwirkungen,
die durch diesen Vorgang entstanden sind. Es brauchte mehr Zeit und Tests. Eine wirklich seltsame Strahlungsabgabe innerhalb der Kern-A1-Kammer wurde bemerkt,
etwas, von dem man sich vorstellen könnte, dass es zu einer Resonanzkaskade führen könnte.
Mehrere Messstationen auf Namalsk berichteten tatsächlich von erhöhten Strahlungsausbrüchen während der Tests und von Fluktuationen innerhalb des Myonenfeldes.
Nichts von alledem ist über einen längeren Zeitraum gesund,
und es ist sicher nicht ratsam, sich während der A1-Tests (oder der sogenannten "EVR") ungeschützt außerhalb der Abdeckung aufzuhalten.
Die Resonanzkaskade ist ein solch unvorhersehbares Ereignis, das einfach alles kaputt machen könnte.

Wie bereits erwähnt, ist es das Hauptziel, einen Sweet Spot zu finden und A1 tatsächlich dazu zu bringen, das zu tun,
was es tun sollte - ein künstliches Wurmloch zu schaffen, zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit.

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