Blog-Artikel von Vatlath

    Panisch wand er den Kopf umher. Verborgen hinter dicken Stahlwänden saß Nico in seiner provisorischen Hütte und tippte den Kugelschreiber auf den Schreibtisch. Die Zigarette lose im Mundwinkel. Die endlosen Zettel, an seiner Bürowand, prangerten um ihn herum wie Gespenster.

    Zettel von Lara, Vasili, Kathi, Mores... von Piet, Möller und der Ärztin. Allesamt schwirrten sie in seinen Gedanken, um ihn herum und sahen auf ihn herab. Flüsterten ihm Dinge zu, die er mit einem Kopfschütteln vertreiben wollte.Und die Schwarzen thronten lachend über allen und spotteten über seine Furcht vor ihnen. Wie gerne hätte er nun einen Schluck harten Scotch. Den Kopf mit Alkohol zu fluten, wäre ihm wohl das Liebste gewesen., um all die Geister und Stimmen wegzuspülen.

    Wie konnte es nur soweit kommen? Wie hatte er es nur geschafft, gegen alle so zu schießen? Das er nun hier, in einem stählernen Koloss verbunkert, vor sich hin vegetieren müsse.


    Er war ein Dieb. Ein gefährlicher und aggressiver Egoist.

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    Ein Sturz in die tiefe, schwarze Nacht.

    Die Wildnis war unerbittlich und rau, grub ihre kalten Klauen ins verwundete Fleisch seiner Schulter.

    Der Wald bewegte sich um ihn.

    Schatten hetzten durch das Unterholz.

    Raschelnde Büsche und aufblitzende Augenpaare im Schein seiner Taschenlampe.

    Sie haben ihn verfolgt.

    Er stützte sich an einer umgestürzten Kiefer und blickte sich hektisch um. Das AKM gegen die Schulter gedrückt, erleuchtete der schmale Lichtkegel die Dunkelheit in Südliche Richtung. Dreihundert Meter. Ein Gebäude in der Ferne, in seinen Gedanken thronend, erschien die ideale Zuflucht für die Nacht. Doch erst einmal musste er dort hinkommen.

    Das Rascheln näherte sich schlagartig. Holz brach unter der Kraft, welche jener Schatten in vollen Lauf entfesselte. Gerade noch rechtzeitig riss er das Gewehr herum und schlug der Kreatur den Gewehrkolben entgegen. Die Wucht des Aufpralls warf ihn nach hinten, sodass er sich auf dem Waldboden überschlug. Der Angriff ward noch

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    3 Stunden Später

    Tag 4202, Tisy Military Recruitment and Research Center


    Es war Mitternacht.

    Das Heulen der Wölfe hallte selbst in diesem Komplex durch den Aufzugschacht wieder.

    Der Aufstieg gestaltete sich abermals schwierig. Die Leiter des Aufzugschachtes war gebrochen und ein Sturz würde sicherlich tödlich enden. Wenn nicht der schweren Eisenstangen wegen, welche sich wie Speere einer Phalanx gen Himmel streckten, dann der Schar an Untoten, welche immer noch laut wehklagend dort unten hungerten. Im Stock über ihm, sah es nicht besser aus. Immer wieder hörte er das Fauchen der Untoten. Es klang beinahe so, als würden sie sich schon gegenseitig vor Hunger an die Kehlen gehen.


    Stepan hatte sich einige Stunden ausgeruht und rüstete sich wieder zum Aufbruch. Er prüfte die reparierten Stellen seines Anzugs und schraubte seiner wieder aufgesetzten Atemschutzmaske einen neuen Filter an. Er ging den Korridor zum Treppenhaus, stemmte die Tür auf und spähte beide Richtungen aus. Die

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    Tag 4201, Tisy Military Recruitment and Research Center


    Die Kalasch im Anschlag. Ummantelt im ABC-Anzug und mit Gasmaske ausgestattet, bahnte man sich durch den grünen Dunst. Sechs Stunden dauerte der Marsch durch die Berge, Wälder und Städte in den Norden. Alles verlief wie geplant, bisher. Die Streuner waren ruhig, die Nacht macht sie genauso blind wie manch anderen Stalker. Und Wölfe waren bei weitem wohl mit besseren beschäftigt, als jemanden wie Ihm an den Hacken zu kleben.


    Warum mach ich das eigentlich.. Dachte er sich oft genug, während er sich ruhig fortbewegte und den schmalen Kegel der Gewehrlampe durch die grüne Dunstsuppe bei Nacht schneiden lies. Schlurfende Schritte schrubbten links und rechts in der Dunkelheit umher und jenen entwichen inmitten der Nachtgeräusche das ein oder andere Stöhnen. Von Zelt zu Zelt schlich man sich vorran. Sicherte sich einen Pfad mit Messer und Geschick. Einem auftauchenden Schleicher folgte ein gezielter Messerstoß in

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    5°° Uhr Morgens, Ablösung des Ostwachpostens der Station Polyanaskaja


    Alexej schritt gemütlichen Schrittes durch die anhaltende Nacht. Die kalte Morgenluft in seinen Lungen konnte die Müdigkeit nicht aus seinen Augen treiben. Er gähnte beherzt und zog den Mantel enger. Seit Tagen war nichts passiert, Keine Umherziehenden, keine Infizierten. Der alltägliche Ablauf wurde routiniert und einseitig. Gar Langweilig. Öde.. es kotzte ihn beinahe schon an.

    Der Kies unter seinen Stiefeln knirschte angenehm, die Nacht um sich herum noch in anhaltender Finsternis verschluckte die Bahngleise, die Straße, die Bäume. Nur ein schmaler Lichtkegel seiner Taschenlampe beleuchtete eine Wegkreuzung. Nahe der Bahngleise schob sich ein großer Schatten empor. Sandsack-Barrikaden mit Holz- und Metallspeeren versehen, umrandeten ein einfaches Holzgerüst. Provisorisch gebaut. Sah aus wie ein größerer Jagdstand. Eine Messingglocke zentral an der Decke der Plattform hängend, überragte zwei entgegen

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