Terror über alles

Alles fing mit einer kleinen Kiste alter Bücher an, die sie mir in mein Zimmer, neben meine Puppen stellten. Auf diese kleine Kiste Folgten andere, viel größere, Gefüllt mit Politik, Gedichten und weit entfernten Welten. So ging es immer weiter, auch für Truhen und Regale voller Bücher war im Rest des Hauses einfach nirgends Platz. "Kenne deine Feinde!", Also schlug ich ein paar Bände auf, ich hasste jedes Wort, die Zeilen, jeden langen Satz. Wenn meine Eltern es nicht bemerkten oder einen guten Freund besuchten, da warf ich ihn in die Tonne, einen Lenin pro Tag. Ich habe schnell gelernt wie man aus alten Seiten Flieger baut, um so schneller waren sie fort und bald schon flogen Zehntausende Lenin's pro Tag.

Fahr zur Hölle, Dostojewski. Brenne, Alexander Newski. Gogol leistete Widerstand, doch mein Zimmer blieb in Puppenhand! Tschechow, Tolstoi und auch Blok, Bulgakow, mein Sündenbock, selbst Puschkin wurde hier nicht verschont, als er mit mir ein Haus bewohnte. So spielte ich damals, doch hat sich heute in der Apokalypse viel geändert? Nein, noch immer Spiele ich mit Puppen und meine Fantasie ließ sie noch realer erscheinen als damals. Und so probierte ich nun ein neues Spiel, ich nenne es "Terror über alles" und Cherno und all die kleinen Siedlungen herum waren mein Spielbrett.


Das Brett mit den Figuren ähnelt dabei den Sternenhimmel in einer Neujahresnacht. Es brauch nur eine Rakete, weit oben über die Dächer der Stadt und es er bricht sich ein Lichtermeer das viele tausende Farben hat. Ohne Ordnung, völlig wild, stündlich ändert sich das Bild. Dann erlischt eines der Lichter und kurz darauf, leuchtet ein weiteres neu auf. Das ist das Ziel und ich plane eine ganze Kiste Raketen auf das Feld zu tragen. Alle Figuren stehen schon bereit und warten nur auf das Signal für den Start.

Nur die Regeln sollten dabei nicht vergessen werden. Nummer eins, es gibt keine Freunde im großen Spiel, hier herrscht alle gegen alle. Nummer zwei, ein Menschen leben ist nichts wert, nicht einmal das eigene. Drittens, ein Martyrium beendet zwar das Spiel, aber es bringt Bonus Punkte. Nummer vier, alles ist erlaubt für die totale Annihilation. Die Durchführung ist wie immer hierbei eine heikle Angelegenheit doch, das bleibt noch geheim. Egal wie es laufen wird, ich bin der festen Überzeugung das dieses mein letztes Spiel wird.