Reise Kronik und einbildungen des M.B

    „Ohne jegliches Bemühen von unserer Seite und ohne sonderlich große Begeisterung von meiner schafften wir es irgendwie immer wieder, auf alle möglichen Arten von Gefahren zu stoßen. Ich habe schon selbst häufig den Verdacht gehegt, dass wir dazu verdammt waren, uns den Gefahren entgegenzustellen, ohne jemals recht verstehen zu können, aus welchem Grund. Den Söldner indes schien diese Art von Überlegungen nie zu plagen. Er nahm alle derartigen Begebenheiten mit einem Grunzen und einem schicksalsergebenen Achselzucken hin, wie sie kamen, und tat jegliche Mutmaßungen in dieser Hinsicht als müßige Philosophiererei ab. Ich aber habe lange und angestrengt über diese Angelegenheiten nachgesonnen. Denn zweifellos stolperten wir augenfällig oft über sehr große Gefahren, die man sich nur vorzustellen vermag.

    All unseren Anstrengungen zum Trotz aber dennoch nicht sonderlich überraschend, gelang es uns nicht, Severograd zu erreichen, bevor der Winter hereinbrach. Schlimmer noch, mangels eines

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    „Nachdem wir nach mehreren Tagen endlich den Waldrand, und glücklicherweise an eine Straße mit mehreren Wegabzweigungen gelangten, begaben wir uns auf die Straße nach Severograd. Ich vermag nicht zu sagen, weshalb wir ausgerechnet diese große Stadt als Ziel unserer Reise auserkoren hatten. Vielleicht des Umstandes wegen, dass meine Familie geschäftliche Beziehungen dorthin unterhielt. Während eines Zwischenhalts in einem Wirtshaus am Wegesrand beschlossen Ivan und ich, was im Nachhinein gesehen vielleicht sehr töricht war, dass wir die Hauptstraße besser meiden sollten. Unvermeidlicher und vermutlich vorhersehbarerweise wurde uns die im trunkenen Zustand gefällte Entscheidung, einen Schleichweg durch den Wald zu nehmen, zum Verhängnis. In unserem Bestreben, jedweder möglichen Begegnung mit den Hütern des Gesetzes in großen Bogen aus dem Weg zu gehen, irrten wir weit von den üblichen Gefilden ab und kamen tief im Innern der Wälder in ein Gebiet, das Anwohner dieses

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    „Weil unser Abenteuer in der alten Ruine uns keineswegs jene Reichtümer bescherte, die Ivan zu erbeuten gehofft hatte, herrschte in unseren Geldbörsen hernach wieder einmal eine bedenkliche Ebbe. Um diesem Umstand ein Ende zu machen, beschlossen wir, in die heimischen Gefilde dieses Landes zurückzukehren, um uns ebenda einen einträglichen Broterwerb irgendeiner Art zu suchen. Die lange Reise dorthin gestaltete sich als ein ungemein mühseliges Unterfangen. Das Wetter war durchweg grauenhaft, das Land, durch das wir zogen, öde und meistenteils unbelebt und die Laune meines Begleiters war noch unerträglicher als sonst. Die Bewohner der wenigen kärglichen Dörfer, in denen wir unterwegs einkehrten, waren verständlicherweise zumeist sehr abweisend und argwöhnisch zwei bewaffneten Fremden gegenüber und der Proviant, den sie uns veräußerten, war fast stets überteuert und nicht gerade von sonderlich hoher Güte.

    Es war möglicherweise töricht von mir, nach dieser schier nicht enden wollenden

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    „Nach den verhängnisvollen Begebenheiten in einem Dorf wenige Tagesmärsche von unserem letzten Aufenthaltsort entfernt, in denen wir die zur Trauer meines Gefährten verstorbenen Überreste seiner einst so Stolzen und von ihm so gerühmte Einheit vorfanden, brachen wir mit gramgebeugten Herzen zum eigentlichem weg Richtung Süden auf und setzten unsere Suche nach dem verstecktem Geld von dem Alten fort. Es war eine lange, gefahrvolle Reise, die uns durch wilde und unwegsame Landstriche führte, deren Unwirtlichkeit unser Fortkommen zu einer schier nicht enden wollenden Schinderei machte. Der Hunger, die Strapazen und die ständige Bedrohung durch Banditengruppen trugen wenig zur Verbesserung meiner trübsinnigen Gemütslage bei. Es mag sein, dass ich aus diesem Grunde besonders empfänglich war für den bedrückenden Anblick vergangener Pracht, die das Land und seine Städte mir bot, als ich dieser uralten Burgruine in mitten eines rauen Gebirges das ein anderes Land ankündigte

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    „Ich habe keine rechte Erinnerung mehr daran, wie und wann genau es dazu kam, dass wir den Entschluss fassten, uns nach Süden zu wenden und uns auf die Suche nach alten Kameraden meines Gefährten zu machen. Denn wie so viele andere wichtige Entscheidungen, die ich in jener Zeit meines Lebens traf, wurde leider auch dieser Entschluss in einer Bar und unter dem Einfluss enormer Mengen von Alkohol getroffen. Ich weiß jedoch noch, dass ein sehr alter, zahnloser Mann etwas von Geld gemurmelt hatte, und sehr deutlich kann ich mich auch an den irren Glanz erinnern, der in die Augen meines Kameraden trat, als der Alte ihm das Vermögen beschrieb.

    Es war wohl Bezeichnend für meinen Gefährten, dass er auf nichts weiter als ein zweifelhaftes Kaschemmengerücht hin bereit und willens war, sein Leben und seine Glieder an den wildesten und unwirtlichsten Orten aufs Spiel zu setzen, die man sich vorzustellen vermag. Oder vielleicht bewies es auch nur, das wir Menschen in unserer Gesamtheit von

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    „Nach den schrecklichen Geschehnissen und alptraumhaften Abenteuern, die wir in Moskau durchlitten hatten, flohen mein Gefährte und ich gen Süden, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen, alleine dem Pfade folgend, den das Schicksal und der Zufall uns zugedachten. Wir bedienten uns welchen Reisemittels auch immer wir Habhaft werden konnten, um möglichst rasch und weit voranzukommen, oder nahmen wenn alles andere versagte, mit unseren eigenen zwei Beinen vorlieb.

    Es war eine schwierige und bange Zeit für mich. Hinter jeder Wegbiegung schien mir die Gefahr zu lauern, dass man uns arretieren und einkerkern oder gar hinrichten würde. In jedem Gasthof wähnte ich Kopfgeldjäger zu erblicken und hinter jedem Busch Banditen. Und Falls der Söldner mutmaßte, dass die Dinge ganz anders standen, so geruhte er nicht, mich an seiner Einsicht teilhaben zu lassen.

    Für jemanden, der ob des wahren Zustands unseres Rechtswesens so unbedarft war wie ich damals, schien es nur allzu glaubhaft, dass man zur

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    Maximilian Bravus, Sohn reicher Kaufleute aus Moskau, gerät eines Tages in einem blutigen Konflikt und wird von dem unerschrockenen Söldner Ivan gerettet. Zum dank schwört Maximilian, dem Söldner *nach einer langen durchzechten Nacht in der sehr viel Alkohol floss, * bis zur letzten stunde an ihm zur Seite zu stehen. Schon bald jedoch erfährt er, worauf er sich eingelassen hat. Denn von nun an ziehen die beiden Gefährten in wilde Abenteuer in denen sie wilde Tiere, Untote und marodierende Banditenbanden den Garaus machen. Und am Ende wird der Söldner den ehrenvollen Tod sterben, den er sich sehnlicher wünscht als alles andere... .

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